Kryokonservierung

Kryo

Nach dem Eintritt einer Samenzelle in das Zellinnere können die Eizellen im sogenannten Vorkernstadium, also noch vor der Verschmelzung der mütterlichen und väterlichen Chromosomen, tiefgefroren werden. Der Vorteil besteht darin, diese Eizellen ohne hormonelle Stimulation und operative Eizellgewinnung in weiteren Zyklen einsetzen zu können. Die Erfolgschancen des einzelnen stimulierten Behandlungszyklus lassen sich auf diesem Weg deutlich steigern.

Technik

Nach kompletter Dehydrierung durch ein "Kryoprotektivum" werden befruchtete Eizellen im sogenannten Vorkernstadium innerhalb von zwei Stunden langsam in flüssigen Stickstoff (-196°C) eingetaucht. Sie lagern dort portionsweise (meist zwei bis drei Eizellen) in sogenannten Straws. In flüssigem Stickstoff sind sie unbegrenzt lagerbar.

Auftauen

Beim Auftauen werden die tiefgefrorenen Straws schrittweise auf eine Raumtemperatur von 37 °C erwärmt, die Eizellen ausgespült und weitere vier Tage inkubiert. In dieser Zeit geschieht die Kernverschmelzung mit der Bildung des Embryos. Die anschließenden Zellteilungen führen im optimalen Fall zur Entstehung einer Blastozyste (griech.: blastos = Sproß, Keim und kystis = Blase) auch Keimbläschen genannt.

Vier Tage nach dem Auftauen werden die Embryonen in die Gebärmutterhöhle transferiert.

In den meisten Fällen wird zum Transfer kryokonservierter Zellen, die Schleimhaut mittels Östrogen-Tabletten aufgebaut. Wenn die Eizellen aufgetaut werden, wird die Gelbkörperphase zusätzlich mit Progesteron-Tabletten unterstützt.