Stimulation

Stimulation

Stimulation

Eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke wird durchgeführt, wenn
  • überhaupt kein eigener Eisprung stattfindet,
  • ein verzögerter bzw. deutlich verspäteter Eisprung abläuft,
  • wenn die Gelbkörperphase eine „Gelbkörperschwäche”, d.h. ein Mangel des Hormons Progesteron anzeigt.
Die hormonelle Stimulation wird vorgenommen entweder
  • mit täglichen Spritzen des Hormons FSH unter die Bauchhaut (subcutan) oder
  • mit Tabletten, die das Antiöstrogen Clomifen enthalten.  

Stimulation mit FSH (Spritzen)

  • Beginn am 3. Zyklustag mit niedrig dosiertem FSH, meist eine Woche lang, 50-60IE  täglich. Danach erfolgt die erste Ultraschall-Untersuchung.
  • Je nach Eibläschen-Größe werden die täglichen Spritzen und die anschließende Ultraschallkontrolle fortgesetzt. Die Follikelgröße sollte zirka 2 cm erreichen und, wenn möglich, sollten nur ein bis zwei Follikel vorhanden sein.
  • Der Verlauf der Zyklushormone wird über eine entsprechende Hormonuntersuchung im Blut kontrolliert. Entweder der Eisprung findet endogen statt. Dann steigt das Eisprunghormon von alleine an und lässt damit den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen. Oder der Eisprung wird durch subcutanes Spritzen von 5000IE des fast identischen Hormons HCG auf 36-Stunden nach der Behandlung exakt festgelegt. In dieser Zeitspanne sollte Geschlechtsverkehr oder eine Inseminationsbehandlung stattfinden.
Erfolgsrate

Die Erfolgsrate der hormonellen Stimulation ist altersabhängig und liegt zwischen 10 und 20 Prozent pro Behandlungszyklus.

Probleme

Hormonelle Stimulation birgt die Gefahr einer Überreaktion. Es können sich sehr viele Eibläschen bilden, was dann zu höhergradigen Mehrlingen führt. Aus diesem Grund ist eine exakte Überwachung des Stimulationszyklus nötig.

Stimulation mit Clomifen (Tabletten)

  • Begonnen wird am 4. oder 5. Zyklustag mit einer fünftägigen Einnahme von ein bis zwei Tabletten täglich
  • Ultraschall am 12. Zyklustag;
  • Zyklus-Monitoring mittels Urin oder Bluthormone bis zum Tag des Eisprungs oder Auslösen des Eisprungs durch subkutanes Spritzen von 5000IE des Hormons HCG.
Erfolgsrate

Die Erfolgsrate liegt bei 10 Prozent pro Behandlungszyklus.

Probleme
  • Durch die Antiöstrogen-Substanz können Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Augenflimmern und Kreislaufprobleme auftreten;
  • Zystenbildung der Eierstöcke;
  • ungünstige, antiöstrogene Veränderung des Gebärmutterhals-Sekrets, wodurch die Spermien möglicherweise Schwierigkeiten bekommen, in die Gebärmutterhöhle aufzusteigen. (Nachweis durch den Postcoitaltest);
  • eine antiöstrogene Einwirkung auf die Gebärmutterschleimhaut ist nicht auszuschließen, was eventuell zu Einnistungsproblemen des Embryos führt.

Trotz des höheren Aufwandes gegenüber einer Tablettenstimulation bevorzugen wir die FSH-Stimulation. Sie stellt den deutlich natürlicheren Weg einer Anregung der Eizellentwicklung dar und ist mit geringeren Nebenwirkungen belastet.